24.06.26

Wenn Drohnen Leitungen stecken

Unser Ansatz bei der Robotik-Challenge 2026
Was passiert, wenn man eine Drohne, einen Greifer und eine gute Portion Ingenieursgeist kombiniert? Genau dieser Frage ist wemonte im Rahmen der Robotik Challenge 2026 nachgegangen - und wurde dafür sogar mit einem Preis ausgezeichnet! 


Eine Idee, die abhebt 

Die Herausforderung: Eine 1,5 mm² Litze sollte automatisiert aufgenommen, positioniert und in ein Leitungssatzmodul eingesteckt werden. Statt auf klassische Automatisierungstechnik zu setzen, entwickelte unser Team einen ungewöhnlichen Ansatz: eine Drohne als Montagehilfe innerhalb eines automatisierten Prozesses. 
Die Prozesskette: 
Aufnahme der Litze → Transport → Positionierung → Steckung des Leiters 
Was zunächst nach einer ungewöhnlichen Idee klang, wurde schnell zu einem anspruchsvollen Entwicklungsprojekt. Von der Auslegung der Mechanik über die Abstimmung der Steuerung bis hin zur finalen Integration des Gesamtsystems mussten wir viele Details schrittweise optimieren, damit alle Komponenten zuverlässig zusammenspielen. 


Doch warum überhaupt eine Drohne? 

Viele Automatisierungslösungen basieren auf ortsfesten Systemen. Sie funktionieren zuverlässig, sind jedoch oft auf einen bestimmten Prozess oder ein bestimmtes Produkt ausgelegt. Ändern sich Anforderungen, müssen solche Anlagen häufig angepasst oder sogar neu konzipiert werden. 
Genau hier setzt unser Ansatz an. Die Drohne dient als bewegliches Element innerhalb des Prozesses und eröffnet die Möglichkeit, Montageschritte flexibler zu gestalten. Ziel des Projekts war es deshalb nicht, eine fertige Industrielösung zu entwickeln, sondern zu untersuchen, ob sich ein solcher Ansatz grundsätzlich für Automatisierungsaufgaben eignet. 

Das Projekt wurde als Demonstrator umgesetzt. Auf der Messe haben wir die automatisierten Vorgänge an den einzelnen Stationen gezeigt - darunter das Greifen der Litze, ihre Positionierung sowie den Steckvorgang. Zwischen den Stationen wurde die Drohne jedoch nicht autonom geflogen, sondern von Hand umgesetzt.

Der Grund: Die Landeautomatik der eingesetzten DJI-Drohne erkannte die speziell entwickelten Vorrichtungen an unseren Stationen nicht zuverlässig als Boden. In der verfügbaren Projektzeit konnten wir diese herstellerspezifische Funktion nicht umgehen. Mit einer Open-Source-Drohne wäre das grundsätzlich möglich gewesen - wir hatten uns zu Projektbeginn jedoch bewusst für die stabile und zuverlässige DJI-Plattform entschieden.


Tüfteln, testen, optimieren 

Wie bei vielen Entwicklungsprojekten lief auch bei uns nicht alles sofort auf Anhieb. Zahlreiche Tests, Anpassungen und Optimierungsschleifen waren notwendig, bis die einzelnen Komponenten zuverlässig zusammenspielten. Umso mehr hat es uns gefreut, dass wir die Jury mit unserem Konzept überzeugen konnten und für unseren Ansatz mit dem “Mindhack-Award” ausgezeichnet wurden. 


Ein besonderes Moment für wemonte 

Dass wir den Preis ausgerechnet jetzt erhalten haben, macht die Auszeichnung für uns noch besonderer - dieses Wochenende feiern wir unser 4-jähriges Firmenjubiläum. Der Erfolg bei der Robotik Challenge ist deshalb nicht nur eine schöne Anerkennung für dieses Projekt, sondern auch ein starkes Zeichen für die Entwicklung, die wir als Unternehmen in den letzten Jahren gemeinsam gegangen sind. 
Ein besonderer Dank gilt unseren Studierenden Lars und Gonzalo, die das Projekt mit großem Engagement, viel technischer Neugier und starkem Einsatz umgesetzt haben. 
Auf die nächsten Jahre – und natürlich auf viele weitere Ideen, die abheben!